Bannerbild | zur StartseiteFeuer auf der Autobahn | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Einsatz "Überlandhilfe - Gefahrgutunfall (groß)"

 Foto vom Album:
Einsatznummer
051/2026
Einsatztitel
Überlandhilfe - Gefahrgutunfall (groß)
Alarmierung
am 28.04.2026 um 13:19 Uhr
Einsatzort
Giengener Weg, Hermaringen-Gerschweiler
Beschreibung des Einsatzes

Am Dienstagnachmittag kam es in einem Hermaringer Industriebetrieb zu einem Gefahrgutunfall. Beim Entsorgen eines technischen Geräts trat unvermittelt ein Gefahrstoff aus.

 

Kurz nach 13.00 Uhr entsorgte ein Mitarbeiter des Betriebs ein demontiertes Zählwerk. Das Gerät, vermutlich schon mehrere Jahrzehnte alt, zerbrach beim Entsorgen und es trat Quecksilber aus. Geistesgegenwärtig verließ der Mitarbeiter den Gefahrenbereich und alarmierte die Feuerwehr.

 

Die Integierte Leitstelle Ostwürttemberg alarmierte gemäß dem Stichwort "GG6 - Gefahrgutunfall groß" die örtlich zuständige Feuerwehr Hermaringen, die Überlandhilfe aus Giengen, sowie den Gefahrgutzug des Landkreises (stationiert bei der Feuerwehr Heidenheim), die Führungsgruppe des Landkreises (stationiert bei der Feuerwehr Herbrechtingen) und den Fachberater Chemie, sowie die untere Wasserschutzbehörde (Landratsamt Heidenheim).

 

Vor Ort angekommen hatten die Mitarbeiter des Betriebs den Gefahrenbereich bereits abgesperrt und evakuiert. Die Einsatzstelle lag im Freien auf einem durch eine Betonplatte befestigten Entsorgungsplatz.

Ein Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz erkundete die Lage und konnte etwa 100ml ausgelaufenes Medium feststellen. Dies meldete er der Einsatzleitung. Da die Flüssigkeit sich weder durch verdampfen verflüchtigte, noch durch die Betonplatte in die Umwelt sickern konnte, wurde die Lage als statisch bewertet. Ein Nachfließen des Mediums konnte ebenfalls ausgeschlossen werden.

 

Die Kräfte des angerückten Gefahrgutzuges rüsteten sich mit leichten Chemikalienschutzanzügen aus und bereiteten eine Probenentnahme vor. Der ebenfalls an der Einsatzstelle befindliche Fachberater Chemie konnte den Einsatzkräften Sicherheit geben, dass es sich um Quecksilber handelte.

Die größeren Stoffreste, welche sich Tropfenförmig auf dem Boden sammelten, konnten mit einfachen Mitteln wie Schaufel und Besen aufgenommen und in einen Spezialbehälter umgefüllt werden.

Weitere Stoffanhaftungen am Stapler und dem Entsorgungscontainer mussten mittels eines speziellen Chemikalienbinders aufgenommen werden. Dieser wurde von der Werkfeuerwehr Zeiss aus Oberkochen zur Einsatzstelle transportiert.

Zwischenzeitlich hatte die Einsatzleitung Kontakt zur TUIS-Leitstelle und der Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen hergestellt, um sich über das weitere Vorgehen mit dem hochgiftigen Stoff beraten zu lassen.

 

Um das Verschleppen bzw. Ausschwämmen letzter Quecksilberreste durch Regen zu verhindern, wurde mit Hilfe eines örtlichen Holzbauunternehmens ein provisorisches Dach über Container und Stapler errichtet. Nach Abschluss dieser Maßnahme konnte die Einsatzstelle dem Betreiber übergeben werden, der nun eine Spezialfirma mit der Grundreinigung des Containers und des Staplers beauftragen muss.

 

Schwer verletzt wurde bei Stoffaustritt glücklicherweise niemand. Drei Arbeiter der Entsorgungsfirma wurden leicht verletzt und kamen am Nachmittag in die Klinik, konnten diese jedoch bereits nach kurzer Zeit am frühen Abend wieder verlassen.

 

Quecksilber ist das einzige Metall das bei Raumtemperatur (ab -39°C) flüssig ist. Ab ca. 20°C beginnt es sich langsam zu verflüchtigen. Quecksilber ist hochgiftig und schädigt Atemwege und Lunge. Es verursacht bei Freisetzung, vor allem in Gewässern, langfristige Umweltschäden.

 

Im Einsatz waren:

Feuerwehr Giengen mit KdoW (1/10), ELW1 (1/11), HLF20 (1/46)

Feuerwehr Hermaringen mit MTW (1/19), LF20 KatS (1/45), HLF20 (1/46), DMF-P (1/93)

Feuerwehr Herbrechtingen mit ELW2 (1/12)

Feuerwehr Heidenheim mit ELW1 (1/11), RW-U (1/52), GW-AS (1/56), GW-M (1/59), LF20 KatS (2/45), MTW (3/19), TLF20/40 (3/24), LF8/6 (3/42), 

Feuerwehr Steinheim mit MTW (1/19)

Werkfeuerwehr Zeiss mit MTW (1/19)

Rettungsdienst mit KdoW, NEF, KTW, RTW

Polizei mit mehreren Streifenwagen

Untere Wasserschutzbehörde des Landratsamts Heidenheim